Der Wettergott bleibt dem Städtlilauf in Wangen treu

Tefera Mekonen wiederholt seinen Vorjahressieg am Mizuno-Städtlilauf in Wangen an der Aare

Eine Woche war erst vergangen seit dem Bernisch-Kantonalen Jodlerfest, und schon war Wangen an der Aare diesen Freitag erneut Ausrichter eines Anlasses mit überregionaler Ausstrahlung. 760 Läuferinnen und Läufer schrieben sich für Start im Aarestädtchen ein, und sie alle profitierten von angenehmen äusseren Bedingungen und teils frenetischer Unterstützung entlang der Strecke.

Zu diesen Läufern gehörte auch der alte und neue Tagessieger Tefera Mekonen. Der 26-jährige Äthiopier reiste mit dem klaren Ziel nach Wangen, den Sieg aus dem Vorjahr zu wiederholen. Am erneuten Triumpf liess er keinerlei Zweifel aufkommen, legte eine horrend schnelle erste Runde ums Städtchen zurück und erschien auch bei Rennhälfte bereits mit deutlichem Vorsprung auf Martin Zürcher. «Die Bedingungen waren in diesem Jahr zwar besser als im letzten», so Mekonen, allein, es habe ihm an der Konkurrenz gefehlt, eine noch bessere Zeit zu laufen. So blieben die Uhren für ihn bei 31:57 stehen – relativ deutlich über seinem Wert (31:03) aus dem Vorjahr.

Zürcher hält Hürzeler in Schach
Er war allerdings froh, dass er nicht ans Limit gehen musste und damit zusätzliche Kraft verpuffte. Im Hinblick auf die kommenden Renneinsätze wäre es nicht sinnvoll gewesen, ohne Druck schneller zu laufen, so Mekonen. Am nächsten kam dem Sieger Martin Zürcher. Der 36-jährige frühere Sieger der S2-Challenge in Schwarzenburg setzt in diesem Jahr vorwiegend auf den Laufsport und stieg bei seiner zweiten Teilnahme (nach 2015) zum zweiten Mal aufs Overall-Podest. Im Rücken von Zürcher komplettierte Samuel Hürzeler das Podest. Der zweifache Gigathlon-Sieger verlor gut eine Minute auf Rang 2.

Grosses Pech hatte der beste Seeländer am diesjährigen 100-km-Lauf in Biel, Matthias Klotz. Der Bieler traf in Wangen mit blutigem Knie ein, nachdem er auf der Anreise mit dem Fahrrad in Solothurn einen Absatz übersehen hatte und stürzte. Trotzdem machte er sich auf die für seine Verhältnisse eher kurze Distanz von 10 km. «Ich merkte sofort, dass der Körper nach dem Zwischenfall eigentlich nicht mehr laufen wollte», so der Langstreckenspezialist; dennoch lief er das Rennen zu Ende und klassierte sich schliesslich auf Rang 23.

Der Mutter den Rang abgelaufen
Eine deutliche Siegerin brachte das Rennen der Frauen. Arlette Maurer lief der Konkurrenz vor allem auf der zweiten Streckenhälfte auf und davon und erreichte das Städtchen zwei Minuten vor Beatrice Fankhauser. Maurer sprach von «sehr angenehmen Bedingungen auf einer schönen Strecke». Anders als Fankhauser hatte sie den Abendlauf in Derendingen am Mittwoch ausgelassen und sich stattdessen auf den Städtlilauf in Wangen konzentriert. Ohne wirklich ans Limit gehen zu müssen, reichte es so bei der dritten Teilnahme souverän zum ersten Tagessieg.

Auf der Kurzstrecke sorgte bei den Frauen, wie schon im letzten Jahr, die Jugend für Aufsehen. Lief 2017 Rawa Iseli (11) in der Gesamtwertung auf Rang 2, schaffte es diesmal Simeï Wipf gar zuoberst auf das Podest. Die 14-jährige Schülerin aus Roggliswil lieferte sich mit Nadja Kehrle ein packendes Duell um den Tagessieg, welches sie im Sprint sicher für sich entschied – dies bei ihrem ersten rennmässigen Einsatz über die 5 Kilometer. Im letzten Jahr bereits Siegerin über die 2 Kilometer, nahm sie sich heuer die längere Strecke aus einem bestimmten Grund vor: «Es war der erste Vergleich mit meiner Mutter. Dass ich sie würde bezwingen können, hätte ich aber nicht gedacht!» Ihr nächstes Ziel sind die 1000 Meter in Baden, wo sie die Qualifikation für den Schweizer Final anstrebt.

Eingebettet in die siegreiche WM-Partie der Schweizer gegen Serbien, welche vor Ort auf mehreren Grossbildschirmen mitverfolgt werden konnte, geht auch die 4. Austragung des Städtlilaufs als absolut gelungene in die Geschichte ein. Die Veranstalter können auf einen Renntag ohne nennenswerte Zwischenfälle zurückblicken, welcher bei – wiederum –optimalen äusseren Bedingungen ausgetragen wurde.

Michael Forster